Der Angelsportverein Winsen (Aller) startet Renaturierungsprojekt am Kalker

Die Seen des alten Kalksandsteinwerks in Winsen (Aller)  – auch Kalker genannt – sind schon seit vielen Jahren vom Angelsportverein Winsen (ASV) gepachtet und bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, sich eine Auszeit vom oft spreßigen Alttag in der Natur zu nehmen und ihrem Hobby, dem Angeln nachzugehen.

Doch nicht nur das Fische fangen gehört dazu, sondern auch die Gewässerpflege, um Flora und Fauna zu erhalten. Leider fiel dem Verein dies viele Jahre schwer, da oft Nichtvereinsmitglieder die Seen zu Badezwecke und Treffen nutzen. Hierbei hinterließen Sie regelmäßig ihren Müll am und in den Gewässern und traten teils rücksichtslos gegenüber den Anglern auf. Entsorgungskosten, Arbeitsaufwand und Frust entstand für die Vereinsmitglieder immer häufiger und die Krönung endete darin, dass die Seen in vielzähligen -teils dubiosen – Internetforen als Badeseen und Treffpunkt beworben wurden. Insbesondere in den größeren Seen, in den häufig gebadet wurde, lies der Wasserqualität nach und Pflanzen, Muscheln, Krebse und Kleinstlebewesen verschwanden an vielen Orten.

Durch diese Entwicklung beschloss der Verein vor ca. 10 Jahren, hiergegen mit Hilfe von mehr Fischereiaufsehern und der örtlichen Polizei vorzugehen. Dies zeigte nach und nach Erfolg! „ Nun sind wir mit viel Engagement an einem Punkt angekommen, bei dem die Menschen akzeptieren, dass das Baden und Lagern von Nichtvereinsmitgliedern nicht toleriert wird und wir der Natur die Chance geben können, sich wieder zu erholen. Dies wird der Angelverein in den nächsten Monaten und Jahren zusätzlich fördern, um die Gewässerqualität zu verbessern und den Tieren einen noch besseren Lebensraum zu schaffen“ sagt der Vereinsvorsitzende Richy Szewenko.

Anfang 2026 wurden hierzu im ersten Schritt Wasserproben genommen und mit Hilfe von Experten eine Analyse der momentanen Gewässerlage durchgeführt und Verbesserungsmöglichkeiten besprochen. Hieraus resultierend wurden als erstes Arbeitsprojekt im April von ca. 30 Vereinsmitgliedern drei neue Schilfzonen an einem See angelegt. Wie sich im Nachhinein herausstellte, geschah dies zu einem guten Zeitpunkt und das regnerische Wetter in den Wochen danach hat dafür gesorgt, dass die Pflanzen sich gut entwickelt haben und sich erste Kleinstlebewesen ansiedeln konnten. „Durch Schilfbereiche wird das Ufer befestigen und Jungfischen, Insekten und anderen Lebewesen ein Rückzugsbereich geboten. Dies wiederum bietet Vögeln und Raubfischen die Chance, sich besser in dem Ökosystem zu etablieren. Es ist schön, die Arbeitskraft jetzt in solche Projekte stecken zu können und weniger für die Müllentfernung verschwenden zu müssen“ sagte der Gewässerwart des Vereins.

Für das weitere Jahr sind noch nächste Projekte geplant. Spätestens im Herbst sollen sogenannte Petrisysteme in die Seen eingebracht werden. Dies sind kastenähnliche Konstruktionen, die auf dem Gewässergrund stehen. Hier bietet sie Fischen und anderen Tieren, wie z.B. Krebsen und Muscheln, einen sicheren Ort vor vielen Fressfeinden. Es entstehen neue und geschützte Lebensräume – ähnlich einem Riff.

 Zusätzlich sollen im weiteren Verkauf noch die Gewässerdurchlässe optimiert werden, damit die Tiere barrierefreier zwischen den Seen wechseln können und so den für sie passenden Lebensraum für jede Jahreszeit finden und die natürlich Reproduktion gestärkt wird.

2026 wurde somit der Startpunkt für eine Renaturierung der Gewässer gesetzt und in den Folgejahren werden weitere Projekte folgen.

Dies wird sich nicht nur für die Angler auszahlen, sondern im näherem Umkreis mit großer Sicherheit auch die Tier- und  Pflanzenpopulation stärken. 

„Wichtig ist uns als Verein, dass das damit verbundene Bade- und Lagerverbot nicht als Willkür unsererseits verstanden wird. Niemand hat etwas dagegen, wenn Nichtvereinsmitglieder einen Spaziergang um das Pachtgelände machen und sich hierbei auch eine kleine Pause an den Gewässern gönnen oder mit den Anglern ins Gespräch gehen. Wichtig ist der gegenseitige respektvolle Umgang und das Verständnis zu unseren genannten Einschränkungen im Sinne der Natur“, teilt der Vorstand mit.

S.Friese